Sicherheit aus.

Lange nicht mehr in den Spiegel geschaut und doch erkannt. Lange nicht mehr benutzt und doch erinnert. So ehrlich. Nur wenn die Fassade bröckelt. We all look like – we feel.

Die Bäume rufen vom Straßenrand. Ich nehm’ beide Hände vom Steuer. Ich fahr’ zu schnell um die Kurven. Die Musik ist zu laut. Tausend Mal darüber nachgedacht. Ich hab’s mir tausend Mal ausgemalt. Und alles geht kaputt, egal was wir machen. Kalte Nächte, kahle Wände. Leere Taschen. Ich hab’ noch Durst und die Nacht ist zu lang. Ich hab’ keine Lust mehr zu warten. Wenn’s kommt, dann kommt’s und wenn’s geht, lass ich’s gehn. Wer wird mich heute verraten? Und alles geht kaputt, egal was wir machen. Kalte Nächte, kahle Wände. Leere Taschen. Wohin willst du gehen? Wenn nichts mehr geht und kein Jammern und Beten hilft. Wenn alle gehen und keiner auf dich warten will.

Je suis fou. Oder so.

Und ich bin selbst so von mir genervt, weil es immer wieder passiert. Ich lerne jemanden kennen. Ich möchte es einfach nur richtig machen. Mehr nicht. Diese hundert Gedanken die durch meinen Kopf rasen. Von hier und jetzt an und so oft und dann dieses pochen in der Brust. Die Nervosität im Magen. Ausbreitendes geknotetes Wirrwarr im Zentrum. Warme Hände die plötzlich kalt werden und der Kopf der beschlägt. Dann fühlt man sich unbesiegbar, weil es läuft und Sekunden später steht etwas ausgesprochenes in der Luft. Selbstzerstörendes Gefühl. Ich mag dich wirklich sehr. Beim nächsten Mal nehme ich einfach deine Hand und am Ende wird es bestimmt einfach richtig. Richtig gut.

Kälte in den Knochen.

Es klopft leise an meiner Tür. Meine Hand klatscht in mein Gesicht und ich erwache so urplötzlich aus dem Winter der keiner sein will. Eine leise und zierliche Stimme auf der anderen Seite des Raumes. „Und wenn das gerade ein Traum war, dann will ich wieder schlafen.“ Seichtes schimmern durchdringt meine Augenlider. Licht. Taube und kraftlos bemühte Muskulatur versucht sich mit roher Gewalt dem Widerstand der Gleichgültikeit entgegenzusetzen. Und jeden Millimeter mit dem sich meine Augen öffnen, schmerzt es mehr und mehr. Ähnlich einer Nadel die langsam in einen Nerv eindringt. Ich lebe noch. Das gibt Kraft. Es klopft leise an meiner Tür. Orientierung. Gebeugte Zeigefinger reiben mir die letzten Träume aus den Augen. Sekunden vergehen bis ich klar sehe und ich weiß wo ich bin. Noch immer.

Die Sonnenstrahlen durchdringen den zentimeterdicken Dreck, der die Scheibe schon lange nicht mehr glänzen lässt. Staub liegt sanft wie Schnee auf meinem Kram. Den Sachen. Dem Zeugs. Den Dingen die ich besitze. Alltäglicher Schmutz der an der porösen Oberfläche halt gefunden hat. „Früher, früher gab’s noch was. Da stand ich hier oft und durchblätterte meine Sammlung mit viel Gefühl.“ – „Das hat mir alles Mal viel bedeutet.“ Es klopft leise an meiner Tür. Die bleischwere Decke die meinem Leben Schutz und Einsamkeit schenkte, ist mein treuer Begleiter und eine sichere Stütze geworden. „Vom tagträumen in den Schlaf gefallen. Das ging so leicht.“ Ich drücke kräftig mit beiden Armen. Aufgeblähte Wangen. Kräftiges pusten. Nur schwer löst sich die Klette der Umschlungenheit vom vermeintlich sicheren Untergrund. Ich lege meinen Freund nur ein Stück zur Seite. Zeit schweißt zusammen.

Beide Beine fest am Boden. Es klopft leise an meiner Tür. „Hallo?“. Ich erwidere. „Lass das bitte keinen Traum sein.“ Wackelig und mit flauem Gefühl im Magen mache ich die ersten Schritte. Der aufgewirbelte Staub glitzert im Sonnenlicht. Ich fühle mich noch ein Mal wie ein dreijähriger sich fühlen muss und greife nach den leuchtenden Kristallen in der Luft. Es klopft leise an meiner Tür. „Erzähl mir von allem. Von allem was ich verpasst habe!“ Noch ein paar Schritte bis zum Türgriff. Ich drehe den Schlüssel und drücke den Türgriff nach unten. Durch den Türschlitz zieht frischer Sauerstoff in die dunkle Kammer und wirbelt die graue Pracht auf. Ich kneife die Augen zu, um die Enttäuschung von nichts, nicht klar zu sehen. „Bitte nicht schon wieder leere.“ Eine etwas kleinere Person als ich es bin steht vor mir. Ich öffne die Augen. Sie schaut kurz an mir vorbei und zu mir zurück. Sie lächelt. „Bei dir sieht’s ja aus wie in einer Schneekugel.“ Mehr sagt sie nicht. Ich lächle – greife zum Schloss und ziehe den Schlüssel heraus. Ich zeige Ihr das Stück Metall auf der sonst leeren und trockenen Handinnenfläche. Ihre Fingerspitzen fahren vorsichtig über meine spröde Haut. Sie greift langsam und mit bedacht danach. Blicke treffen sich. Und ich ergreife den Mut für den Schritt nach vorne.

2012.

Ich bedanke mich bei allen Lesern und vor allem auch bei denen, die diesen Blog scheinbar regelmäßig lesen. Es wundert mich nach wie vor. Daher könnte ich jetzt noch viel weiter ausholen, aber ich belasse es einfach Mal dabei. Kurz und knapp. Kommt gut ins neue Jahr – wir sehen uns 2012.

Wir alle wollen leben.

Dein Kopf rennt die Wände hoch und runter. Du gönnst ihm keine Pause. All das muss doch da rein! Du hast für nichts am meisten Zeit und opferst jede verplante Minute um weiter zu kommen im Strudel der Bedeutungslosigkeit. Ich bin dafür geboren, wirkst stolz und schaust ganz tapfer zur Wand. Lineare Gedankengänge. Von fern ab gesteuert und selbst zu Hause bist du nicht sicher. Da hilft auch kein tanzen und schon gar nicht der Alkohol. Frei von jeder gesunden Skepsis. Kritisch wird alles von dir mit einem müden lächeln betrachtet und dabei bleibt es auch, weil dir die Kraft fehlt aus diesem Ring mit erhobenen Haupte zu steigen.

Immer ja sagen und das Zertifkat in den leeren Händen halten, denn die Erkenntnis deiner Aufopferung fällt wie eine Träne vom Kinn, als du dich umdrehst und die verschlossenen Türen siehst. Du bist dafür geboren? Gerne hätte ich dich mal mitgenommen und dir Dinge erzählt die mich so beschäftigen – aber soweit, soweit kam es nicht mehr. Nein sagen ist ein Zeichen von Stärke. Und in Anbetracht der Tatsache das ich nicht so sein kann, lasse ich dich ziehen. Vielleicht erinnerst du dich eines Tage an meine geliehenden Worte – jeder Atemzug ist für dich.

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Just minutes before I was on a mountain. I screamed "I can see all." The ground broke from the sound. It was all built on nothing!

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