Ja, vor einigen Monaten habe ich davon geschrieben, das ich gerne eines schreiben würde. Ich bin auch motiviert angefangen und die ersten Seiten gingen locker von der Hand – in die Tastatur und dann auf einmal war Stille. Ich wusste nicht mehr weiter und habe viel Zeit damit verbracht, bisher geschriebenes wieder abzuändern. Mich hat es förmlich erschlagen. Man muss so unendlich viel beachten un die Charaktere brauchen soviel Tiefe und Emotionen. Das fiel mir nicht leicht und ich war vorerst am Ende – obwohl ich erst begonnen hatte. Ich bin einfach unerfahren und war überfordert. Das Projekt liegt zur Zeit auf Eis, aber die Idee ist noch immer in meiner Birne und der Gedanke noch lange nicht abgeschlossen. Ich werde irgendwann weiter machen. Mir fehlt nur noch der richtige Zeitpunkt. Also werde ich warten. Trotzdem möchte ich euch ein paar Zeilen aus meinem Werk, welches den Titel “Gedankeschlacht” tragen soll zeigen.
“… für alles, was mir am Herzen liegt. Reicht das fürs erste? Denn so langsam gehen mir die Ideen aus, wovon ich noch erzählen könnte und mal ganz ehrlich: So spannend bin ich gar nicht. Ein Junge mit zwei Armen, Beinen, Augen und knackigen Arschbacken. Einem Geschlechtsorgan das funktionstüchtig ist und an der richtigen Stelle sitzt – sowie einem Kopf, der alles abrundet und dafür sorgt, dass mir kein Wasser in den Hals regnet. Einzig mein Bauchnabel macht mir gelegentlich Sorgen. Der sitzt tatsächlich irgendwie schief. Ein Stückchen zu weit rechts auf meinem Bauch. Ist mir beim gelegentlichen Duschen mal aufgefallen.”
“… gewaltige Faust von Angst in Richtung Leber und verpasste mir einen ordentlichen Haken, das mir schlecht wurde. Kaum erholt und noch mit schmerzverzerrtem Gesicht blickte ich kurz nach oben, um die nächste Ladung Fausthiebe von der Einsamkeit zu kassieren. Tränenzerlaufendes Gesicht. Ich war so benommen wie man nur nach einer ordentlichen Prügelei sein kann und bemerkte das monotone „düt, düt, düt“ am Ende der Leitung erst als die Welt für mich schon zerbrach. Der Kopf senkte sich gen Boden, der Daumen drückte das rote Telefonhörer-Symbol und ich verlor mich selbst in meinen Tränen. Ich war von nun an ein psychisches Wrack. Kopfkino und Chaos gaben sich grinsend die Hand. Und ich steckte mittendrin. In dieser Phase vergeht die Zeit nicht und jeder Gedanke an die eigene Zukunft ist eben wie es nun einmal ist, wenn man plötzlich alleine gelassen wurde. Nackt und so ein verdammt ehrliches Gefühl. Übelkeit floss durch jede Zelle meines Körpers und die bittere Wahrheit hing schwer im Magen. Ich ließ mich zurück aufs Bett fallen, zog mir die Socken, Hose und den Kapuzen-Pullover aus. Legte die Bettdecke ein Stück beiseite, mich darunter und zog sie bis unters Kinn. Wusch mir noch einmal durchs Gesicht und trocknete meine Hände am Kopfkissen ab. Ich drehte mich zur Seite in Richtung Wand und starrte sie mit leerem Blick an. An diesem Abend, in dieser Nacht machte ich keinen Schritt mehr aus dem Bett, schloss kein Auge …”
“… das Vormittags-Programm im deutschen Fernsehen gesehen? Warum zur Hölle lässt man diesen geistigen Dünnschiss auf die Menschheit los? Sind wir alle schon so bescheuert im Kopf geworden, das uns so etwas tatsächlich gefällt? Warum streiken wir deshalb nicht? Warum leben die Fernsehheinis noch? Ich sollte eine Terrororganisation gründen, die solche Bosse verschleppt und Sie mit ihrem eigenen TV-Programm solange quält, bis ihr weichgewordenes Gehirn aus den Ohren quirlt, ich Sie damit füttere, um das ganze Spiel noch ein wenig in die Länge zu ziehen. In der Zwischenzeit sitze ich auf dem dicken Chefsessel und bestimme das TV-Programm. König von TV-Deutschland. Ich wäre verdammt gut, glaubt mir. Aber zurück zum beschissenen Vormittagsprogramm. Das sollen ja angeblich alles Schauspieler sein – wie tief muss man sinken um sein Gesicht wirklich für den Mist preiszugeben? Ihr prahlt damit bestimmt später noch vor euren genau so dämlichen Kindern.”
Viel Spaß damit oder auch nicht. Seit gnädig – denn es ist ja noch lange, lange, lange nicht fertig.
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